
Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im Psychotherapeutischen Zentrum
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Professionelle Hilfe
für junge MenschenKinder und Jugendliche stehen in einer Lebensphase voller Veränderungen, neuer Eindrücke und Herausforderungen. Wenn seelische Belastungen, Ängste oder Verhaltensauffälligkeiten überhandnehmen, kann der Alltag schnell aus dem Gleichgewicht geraten – für die jungen Menschen selbst, aber auch für ihre Familien.
Genau hier setzt unsere Arbeit an. In unserer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie begleiten wir Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 18. Lebensjahr einfühlsam und fachlich fundiert. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Patient:innen und ihren Familien Wege aus der Krise zu finden und neue Perspektiven zu eröffnen.
Unsere Behandlungsschwerpunkte
Emotionale Störungen & Belastungen
Emotionale Belastungen beeinflussen Gefühle, Gedanken und Verhalten und können das innere Gleichgewicht deutlich ins Wanken bringen.
Stimmungsschwankungen, Rückzug oder Überforderung wirken sich oft spürbar auf Alltag, Schule, Freundschaften und Familie aus.
Angsterkrankungen gehören zu den häufigsten Störungen im Kindes- und Jugendalter. Sie können sich auf verschiedene Weise manifestieren, etwas durch Panikattacken oder spezifische Ängste, beispielsweise vor Tieren, medizinischen Eingriffen oder bestimmten Situationen. Anhaltende Sorgen, Rückzug oder depressive Verstimmung belasten den schulischen Alltag, soziale Beziehungen sowie die allgemeine Lebensführung. Betroffene zeigen oftmals auch ohne objektiv vorhandene Bedrohung eine übersteigerte Angstreaktion und sind in ihrer Handlungsfähigkeit beeinträchtigt. Darüber hinaus können selbstabwertende Gedanken, Konzentrationsstörungen sowie situationsbezogene Black-outs auftreten. Die angstauslösende Situation kann begleitet sein von körperlichen Symptomen (Schwitzen, Zittern, Herzklopfen etc.) und ist rationalen Argumenten nicht zugänglich. Die Ängste drohen sich auf mehrere Lebensbereiche auszuweiten und einen übermäßigen Stellenwert einzunehmen. Allen Ängsten ist es gemeinsam, dass sie ein Vermeidungsverhalten auslösen, um dem Angstreiz zu entgehen. Hierdurch können nachhaltige Einschränkungen der Alltags- und Funktionsfähigkeit eintreten.
Traumafolgestörungen entstehen infolge der Konfrontation mit außergewöhnlich bedrohlichen oder katastrophalen Ereignissen, die bei nahezu jeder Person eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würden, wie etwa schwere Gewalt, sexueller Missbrauch, schwere Unfälle oder der Verlust naher Bezugspersonen. Eine zentrale Ausprägung stellt die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, F43.1) dar. Kennzeichnend für die PTBS sind das wiederholte Erleben des traumatischen Ereignisses in Form von aufdringlichen Erinnerungen, Flashbacks oder Albträumen, ein anhaltendes Vermeidungsverhalten gegenüber traumabezogenen Reizen sowie eine andauernde psychovegetative Übererregung. Diese äußert sich unter anderem in Schlafstörungen, erhöhter Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen und vegetativen Symptomen. Häufig treten zudem emotionale Taubheit, sozialer Rückzug sowie eine eingeschränkte Fähigkeit zur Affektregulation auf. Die Symptome beeinträchtigen häufig die schulische Leistungsfähigkeit, soziale Beziehungen und die allgemeine Alltagsbewältigung erheblich. Traumafolgestörungen können zudem mit einem veränderten Selbst- und Weltbild, Schuld- oder Schamgefühlen sowie einem anhaltenden Gefühl von Unsicherheit einhergehen.
Anhaltende Niedergeschlagenheit, Sorgen oder Essprobleme, die Alltag, Schule und Beziehungen der Kinder stark belasten.
Weitere Störungsbilder
Manche Kinder und Jugendliche zeigen Verhaltens- oder Wahrnehmungsbesonderheiten, die ihren Alltag stark beeinflussen können.
In einem sicheren Rahmen unterstützen wir dich dabei, eigene Strategien zu entwickeln und ein stabiles Gleichgewicht zu finden.
Bindungsstörungen zeigen sich durch Schwierigkeiten Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben oft Probleme damit, Nähe zuzulassen oder es fällt ihnen schwer die nötige Distanz zu fremden Menschen zu halten. Andauernde Probleme in Beziehungen, soziale Ängste sowie eine emotionale Unzugänglichkeit oder übermäßige Distanzlosigkeit sind kennzeichnend. In der Folge zeigen sich verzögerte Entwicklungsschritte, die die emotionale Stabilität beeinträchtigen. Die Ursachen liegen meist in belastenden frühen Bindungserfahrungen, zum Beispiel durch den Verlust einer wichtigen Bezugsperson, Vernachlässigung oder Missbrauch.
Essstörungen sind ernstzunehmende psychische Erkrankungen, die das Essverhalten, das Körperbild und das seelische Gleichgewicht tiefgreifend beeinflussen. Zu den häufigsten Formen zählen die Anorexia nervosa, die Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung. Typische Anzeichen sind eine starke gedankliche Beschäftigung mit Essen, Gewicht und der Figur, eine ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme, stark eingeschränktes oder kontrolliertes Essverhalten, wiederkehrende Essanfälle oder kompensatorische Maßnahmen wie selbst herbeigeführtes Erbrechen. Häufig bestehen zudem ein verzerrtes Körperbild, Scham- und Schuldgefühle sowie sozialer Rückzug.
Psychotherapeutisches Angebot

Einzeltherapie
In der Einzeltherapie arbeitest du regelmäßig mit deinem festen Bezugstherapeuten oder deiner Bezugstherapeutin zusammen. Dabei erhältst du Raum, um persönliche Themen in geschützter Atmosphäre zu besprechen, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und neue Stärken zu entdecken.

Bezugsgruppe
In der Bezugsgruppe tauscht du dich mit anderen Betroffenen aus – unter therapeutischer Leitung und in einem geschützten Rahmen. Die gemeinsame Dynamik eröffnet dir neue Perspektiven, stärkt soziale Kompetenzen und zeigt, wie wertvoll die Kraft der Gemeinschaft sein kann.

Eltern-Kind-Interaktion
In der Eltern-Kind-Interaktion wird das Miteinander als Ganzes betrachtet – denn Veränderungen betreffen immer das gesamte System. Gemeinsam werden Dynamiken erkannt, die zu Belastungen geführt haben, und Wege gefunden, um Entwicklung und Zusammenhalt zu fördern.

Therapeutische Gesamtgruppe
Einmal pro Woche kommen alle Patient:innen zusammen, geleitet von den behandelnden Ärzten. Die Gruppe bietet Raum, neue Themen zu besprechen, Gemeinschaft zu erleben und gemeinsame Anliegen – sachlich oder emotional – zu klären.
Spezialtherapie

Körper- und Bewegungstherapie
In der Bewegungstherapie lernen Kinder und Eltern, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen und spielerisch zu bewegen. Ziel ist es, Sicherheit, Vertrauen und ein gutes Körpergefühl zu fördern.
Die Übungen sind oft spielerisch gestaltet und stärken die gemeinsame Interaktion zwischen Eltern und Kind. Dabei können körperlicher Kontakt und gemeinsames Erfolgserleben wertvolle positive Erfahrungen schaffen.

Kunsttherapie
In der Kunsttherapie bekommen Eltern und Kinder einen kreativen Raum, in dem Gefühle, Themen und Dynamiken sichtbar werden können – oft leichter als mit Worten. Über Farben, Formen und gemeinsames Gestalten entsteht ein ehrlicher Zugang zu inneren Bildern und Empfindungen.
Im Fokus steht das gemeinsame Erleben: wie Eltern und Kinder miteinander arbeiten, Rollen einnehmen und Nähe sowie Vertrauen entwickeln. So werden Beziehungsmuster sichtbar und familiäre Stärken erfahrbar.

Musiktherapie
In der Musiktherapie begleitet Musik Menschen dabei, sich selbst besser wahrzunehmen und ihr seelisches, körperliches und geistiges Wohlbefinden zu stärken. Sie ist eine achtsame, praxisnahe Therapieform, die auf einer vertrauensvollen Beziehung basiert und Erkenntnisse aus Medizin, Psychologie und weiteren Fachbereichen verbindet.
Zusätzliche therapeutische Angebote
Neben Einzel-, Gruppen- und Spezialtherapien umfasst das Angebot auch Entspannungstrainings, Imaginationsübungen und Patientenseminare – einige fest im Plan, andere auf ärztliche bzw. therapeutische Indikation.
Entspannungstraining
Stress und Belastungen führen oft zu Muskelverspannungen und innerer Unruhe.
In der Gruppe „Progressive Muskelentspannung“ (PME) lernen Patient:innen, durch gezielte Muskelübungen Entspannung und Körperwahrnehmung zu fördern.
Pferdegestützte Therapie
Durch die Interaktion mit dem Pferd werden Körpergefühl, Vertrauen und Selbstwahrnehmung gestärkt.
Hundegestützte Therapie
Hunde beruhigen, fördern Sicherheit und erleichtern offene Interaktion, da ihre Kommunikation anders funktioniert als die zwischenmenschliche. Ihr Einsatz stärkt Kontakt, Zuwendung und Integration und kann durch die Ausschüttung von Endorphinen und Oxytocin das Wohlbefinden aller Beteiligten verbessern.
Ernährungstherapie
Die Ernährungstherapie unterstützt Patient:innen mit Essstörungen individuell durch Ernährungspläne und verhaltenstherapeutische Maßnahmen im Rahmen des multiprofessionellen Teams.

Pflegerische Betreuung
Unser Pflegeteam begleitet dich aufmerksam, strukturiert und zuverlässig durch deinen Aufenthalt im Psychotherapeutischen Zentrum.

Soziale Arbeit & Entlassungsmanagement
Die soziale Arbeit bietet Einzelberatung und begleitet Patient:innen bei persönlichen, familiären, beruflichen oder finanziellen Problemen, die durch die Erkrankung entstehen. Sie erhebt psychosoziale Anamnesen, bearbeitet identifizierte Fragen, vermittelt ambulante oder institutionelle Hilfen, klärt sozialrechtliche Aspekte und bereitet die Entlassung vor. Ziel ist es, neue Perspektiven zu eröffnen, den Alltag nach der Klinik zu erleichtern und Familien in ihrer Lebensgestaltung zu unterstützen.
Diskret. Unkompliziert. Auf Augenhöhe.
Wir sind für dich da!Ob Fragen zur Aufnahme, zur Behandlung oder zu den Kosten – wir stehen Ihnen zur Seite. Einfach melden, wir kümmern uns.

Erlenbachweg 22/24
97980 Bad Mergentheim
